Ziele verfolgen trotz Beeinträchtigung

Ziele visualisieren – Wer sagt denn, dass man nur mit den Füßen Fahrrad fahren kann?

Inhaltliche Bestandteile einer Infografik in digitalen oder gedruckten Medien
Nur mal so zum Gucken:  Ein Liegebike mit seinen Grundelementen.
Die Beine tun nix, angetrieben wird durch Kurbeln mit den Armen über Kettenantrieb. Hände an den Handkurbeln.

Vieles ändert sich, wenn die Beintätigkeiten durch einen Rolli ersetzt werden …

Wer dann nicht geschoben werden will, den sportlichen Ehrgeiz behält und sich auch gerne freiwillig anstrengt, für den ist die Anschaffung eines Handbikes – hier ist von einem „Rennbike“ die Rede – ideal. Fast ein Liegefahrrad, die Kraft zur Fortbewegung wird dabei von den Armen aufgebracht. Die Kommentare von Außenstehenden reichen dabei von „wow, das gibt Muckis!“ meistens von Rennrad- oder Mountainbike-Fahrern bis zu „das ist bequem, da liegt man; das wäre etwas für mich!“
Anmerkung: So ein Bike ist relativ eng und es ist nicht nur bequem; manchmal kommt der Wind von vorn oder es geht bergauf!

Von Ditterke bis zum Brocken

Nein, nicht in einer Tour! Die erste Fahrt reichte von Everloh bis Ditterke, das sind 3 km und zurück noch einmal 3 km. Dann steigerte sich die Kondition langsam. Nach vielen Trainingskilometern über immer längere Strecken folgte die Teilnahme an den Stadtmarathons in Berlin, Hamburg, Köln und Hannover.
Mittlerweile hat sich die Neigung zu Tempofahrten etwas gelegt. Hier im Calenberger Land und Deister bieten sich Fahrstrecken für jeden Anspruch an, z. B. einmal den Deister umrunden, von Gehrden über Springe, Bad Münder, Lauenau und Bad Nenndorf zurück nach Gehrden in 70 km.

Zurück zum Thema „Anstrengung“: Die Strecke durch den Wald des Deisters hoch zum Nordmannsturm oder Annaturm erfordert ein Bike mit Profilreifen, um die Wege mit Schotter, Schlaglöchern und anderen Hindernissen zu befahren.

Lohnenswert ist die Tour von Gehrden über Egestorf und Bärenhöhle zum Nordmannsturm auf 388 hm. Ca. 100 hm geht es danach wieder abwärts bis zum Nienstedter Pass. Was nun? Gleich die Straße runter nach Egestorf, macht Spaß und 50 kmh sind drin, oder den Schweinehund überwinden und nochmal 130 hm bergan zum Annaturm? Da gibt’s Kaffee und meistens nette Gespräche mit anderen Radfahrern. 

Auch möglich: Zum Annaturm aus Gehrden kommend von der Springer Seite hoch fahren, zwischendurch sind allerdings ungefähr 2 km bei 15 % Steigung zu bewältigen.
Wenn das alles nicht mehr reicht: Ab in den Harz, der Brocken ruft!

Mittlerweile waren wir sechsmal oben. Dreimal von Schierke (ca. 600 hm) auf dem Glashüttenweg bis auf 900 hm, dann geht es weiter auf der Brockenstraße zum Gipfel auf 1142 hm (Streckenlänge ca. 9 km). Einmal haben wir die Tour im November für die HAZ Weihnachtshilfe gemacht, die Straße war gefroren – wir nach der Abfahrt vom Brocken auch!
Einmal von Wernigerode (220 hm) zum Brockengipfel, Streckenlänge 19 km; runter geht’s dann fast von allein.
Einmal von Wernigerode über Ilsenburg durch das Ilsetal hoch zum Brocken. Die Auffahrt ist ziemlich steil, dafür entschädigt die reizvolle Landschaft. Mit der Rückfahrt über Schierke nach Wernigerode kamen 51 km zusammen.
Unnötig zu erwähnen, dass die Abfahrt vom Gipfel nach Schierke ein einziger Spaßfaktor ist: 20 Minuten nur bergab!

„Und was kommt nun?“ Diese Frage hat uns ein netter jüngerer Radfahrer am Brockenstein gestellt. Tja, ich glaube, uns fällt etwas ein!

Was hat das Ganze mit "Visualisieren" zu tun? Auf den ersten Blick nichts, es ist aber tatsächlich nützlich und hilfreich, sich die Strecke im Kopf visuell vorzustellen, um die Motivation zu steigern, die Kondition einzuteilen und - ganz wichtig, das Ziel vor Augen zu haben.

Inhaltliche Bestandteile einer Infografik in digitalen oder gedruckten Medien
Ungefähr 500 Höhenmeter liegen zwischen Schierke und Brockengipfel.
Der Wimpel ist übrigens Pflicht, um bei der extrem flachen Lage von Autos gesehen zu werden.